30 Jahre Haft für politische Flugblätter: USA unter Druck
Wenn politische Flugblätter als Beweismittel für ein 30-jähriges Urteil reichen, ist die Meinungsfreiheit in einer Demokratie in ernsthafter Gefahr. Dieser Fall ist kein amerikanisches Randphänomen: Er zeigt, wie schnell staatliche Macht gegen politisch Missliebige eingesetzt werden kann – und ist damit ein Warnsignal für alle offenen Gesellschaften, auch in Europa. Wer schweigt, weil ihn das eigene Land nicht direkt betrifft, vergibt eine Chance zur Solidarität.
Das Urteil reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Fällen, in denen die US-Bundesjustiz unter der Trump-Administration politischen Protest mit Terrorismus gleichsetzt. Die drastischen Strafen für Handlungen wie das Tragen von Zines oder die bloße Anwesenheit bei Demonstrationen setzen ein klares Einschüchterungssignal an die Zivilgesellschaft. Europäische Demokratien müssen beobachten, ob und wie solche Rechtspraktiken normalisiert werden – und die Schutzmechanismen für Grundrechte im eigenen Land stärken.