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Thursday, 2. July 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Anschlag in Cottbus: Zivilgesellschaft fordert mehr Schutz

Ein alternatives Wohnprojekt in Cottbus wurde erneut Ziel eines mutmaßlich rechtsextremistischen Anschlags. Lokale Initiativen fordern daraufhin konsequenteren staatlichen Schutz für zivilgesellschaftliches Engagement. Die Angriffe verdeutlichen, dass Menschen, die sich für alternative Lebensweisen und demokratische Werte einsetzen, in Teilen Ostdeutschlands unter massivem Druck stehen. Trotz der Bedrohung halten die Beteiligten an ihrer Arbeit fest und bestehen auf der Schutzverantwortung des Staates gegenüber engagierten Bürgerinnen und Bürgern.

Wenn Orte des alternativen Zusammenlebens systematisch unter Beschuss geraten, verliert die gesamte demokratische Zivilgesellschaft Handlungsspielraum. Wer solche Projekte angreift, greift das Recht an, anders zu leben und sich politisch zu engagieren – das ist ein Angriff auf demokratische Grundwerte, nicht nur auf ein Gebäude. Staatliche Schutzpflichten müssen hier sichtbar eingelöst werden, sonst überlässt die Politik das Feld den Tätern.

Rechtsextreme Gewalt gegen zivilgesellschaftliche Strukturen ist kein Cottbuser Sonderproblem – ähnliche Muster zeigen sich in ganz Ostdeutschland, auch in Mecklenburg-Vorpommern. Wer alternative Wohnprojekte und Initiativen schützen will, braucht mehr als polizeiliche Reaktion nach dem Anschlag: präventive Netzwerke, niedrigschwellige Beratungsstrukturen und politischen Rückhalt auf Landesebene sind entscheidend. Die betroffenen Initiativen brauchen Solidarität und konkrete Ressourcen, keine symbolischen Betroffenheitsbekundungen.