Bürgergeld wird Grundsicherung: Was die Reform wirklich bedeutet
Sozialpolitik, die auf Druck statt auf Befähigung setzt, schwächt gesellschaftliche Teilhabe – besonders für Menschen, die ohnehin wenig Lobby haben. Eine offene Gesellschaft braucht ein Sicherungssystem, das Würde erhält und Aufstieg ermöglicht, nicht eines, das primär Angst als Motivationsmittel einsetzt. Die Umbenennung schafft keine einzige neue Stelle und löst kein strukturelles Problem.
In Mecklenburg-Vorpommern liegt die Langzeitarbeitslosenquote deutlich über dem Bundesdurchschnitt – verschärfte Sanktionen treffen hier also besonders viele Menschen. Gleichzeitig fehlt es in vielen Landkreisen an Jobcenter-Personal, Kinderbetreuung und Mobilitätsangeboten, die Erwerbsarbeit überhaupt erst ermöglichen würden. Kommunen und Sozialverbände in MV könnten jetzt einfordern, dass Reformmittel in diese strukturellen Voraussetzungen fließen, statt in bürokratische Sanktionssysteme.