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Thursday, 2. July 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Bulgarien: Investigativjournalist durch Geschäftsmann bedroht

In Bulgarien wird der Investigativjournalist Dimitar Stoyanov durch Gewaltdrohungen und eingefrorene Bankkonten unter Druck gesetzt, nachdem er über die Finanzen eines Geschäftsmannes berichtet hatte. Dieses Muster aus physischen Drohungen, strategischen Verleumdungsklagen und behördlicher Untätigkeit ist ein klassisches Mittel, um kritischen Journalismus zum Schweigen zu bringen. Internationale Pressefreiheitsorganisationen fordern von den bulgarischen Behörden konkreten Schutz und Transparenz. Für Mecklenburg-Vorpommern zeigt dieser Fall, wie wichtig starke rechtliche Schutzstrukturen für Journalist:innen und die gesellschaftliche Unterstützung unabhängiger Redaktionen sind.

Wenn Journalisten, die Korruption und organisierte Kriminalität aufdecken, durch Gewaltdrohungen, eingefrorene Konten und strategische Klagen zum Schweigen gebracht werden, verliert die Gesellschaft einen ihrer wichtigsten Kontrollmechanismen. Investigativer Journalismus schützt alle – besonders diejenigen, die selbst keine Mittel haben, um Mächtige zur Rechenschaft zu ziehen. Dieser Fall zeigt exemplarisch, wie Demokratie von innen ausgehöhlt werden kann, wenn Institutionen nicht schützen, sondern zuschauen.

Bulgarien ist EU-Mitglied, und was dort mit Pressfreiheit passiert, ist eine gesamteuropäische Angelegenheit. SLAPPs – also strategische Klagen zur Einschüchterung – sind kein bulgarisches Spezifikum, sondern ein Werkzeug, das mächtige Akteure europaweit einsetzen. Die EU hat 2024 eine Anti-SLAPP-Richtlinie verabschiedet, deren Umsetzung und Wirkung in Fällen wie diesem auf dem Prüfstand steht. Für Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern stellt sich die Frage, welche Solidaritätsstrukturen für bedrohte Journalist:innen aus dem EU-Ausland existieren und wie zivilgesellschaftliche Netzwerke hier praktisch Unterstützung leisten können.