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Sunday, 3. May 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Cottbus: Hunderte protestieren nach rechten Angriffen auf Synagoge

In Cottbus haben Hunderte Menschen nach einer Serie rechtsextremer Vorfälle – Hakenkreuz an der Synagoge, Bedrohungen und ein Angriff auf ein Wohnprojekt – demonstriert und damit ein klares Zeichen gegen Einschüchterung gesetzt. Die breite zivilgesellschaftliche Reaktion zeigt, dass organisierter Widerstand möglich ist, wenn verschiedene gesellschaftliche Gruppen gemeinsam auf der Straße stehen. Solche Bündnisse aus Kirchengemeinden, Nachbarschaftsprojekten und politisch engagierten Bürger:innen sind kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis langfristiger Netzwerkarbeit vor Ort. Das ist ein Modell, das auch in Mecklenburg-Vorpommern funktionieren kann.

Wenn Synagogen, Pfarrhäuser und alternative Wohnprojekte innerhalb kurzer Zeit angegriffen werden, ist das kein Zufall – es ist eine Strategie der Einschüchterung gegen Menschen, die sichtbar anders leben oder glauben. Die Demonstration in Cottbus zeigt, dass Zivilgesellschaft funktioniert, wenn sie nicht wartet, bis die Gewalt noch größer wird. Für eine offene Gesellschaft ist diese Form des öffentlichen Widerspruchs keine Kür, sondern Pflicht.

Cottbus ist kein Einzelfall – Mecklenburg-Vorpommern kennt ähnliche Muster, von Neonazi-Dörfern bis zu Übergriffen auf Geflüchtete und politisch Engagierte. Was in Cottbus funktioniert hat – schnelle Mobilisierung, breite Koalition aus Kirchengemeinden, Wohnprojekten und Bürger:innen – ist ein Modell, das auch in MV übertragbar ist. Demokratische Gegenwehr braucht Netzwerke, die schon vor dem nächsten Vorfall bestehen. Wer auf die nächste Eskalation wartet, kommt zu spät.