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Thursday, 2. July 2026
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Erneuerbare Energien & Klima

E-Auto-Ladesäulen in MV: Gut für Einheimische, knapp für Urlauber

Mecklenburg-Vorpommern verfügt über 1.665 öffentliche Ladesäulen, was pro Einwohner einem soliden Versorgungsgrad entspricht. In der Tourismussaison wird die Infrastruktur jedoch durch Millionen von Urlaubern stark beansprucht, was zu spürbaren Engpässen führt. Die Lösung liegt in einer touristisch angepassten Ausbauplanung, die Standorte nicht nur nach Bevölkerungsdichte, sondern auch nach saisonaler Besucherfrequenz berechnet. Für Kommunen, Bürgerenergiegenossenschaften und lokale Gewerbetreibende entsteht hier eine konkrete wirtschaftliche Chance, Ladeinfrastruktur als Teil des regionalen Energiekonzepts zu verankern.

Eine ausreichende Ladeinfrastruktur ist keine Luxusfrage, sondern eine Voraussetzung dafür, dass Elektromobilität für alle gesellschaftlichen Gruppen alltagstauglich wird. Gerade in einer Tourismusregion wie MV entscheidet die Verfügbarkeit von Ladepunkten darüber, ob Urlauber künftig überhaupt mit dem E-Auto anreisen können – und damit auch über die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der Region. Wer die Energiewende im Verkehr ernst nimmt, muss Infrastruktur als öffentliche Daseinsvorsorge begreifen und nicht allein dem Markt überlassen.

Für die Energiewende in MV zeigt dieser Konflikt eine strukturelle Lücke: Ladeplanung orientiert sich bislang an Einwohnerzahlen, nicht an realen Lastspitzen durch den Tourismus. Kommunen an der Ostseeküste und auf den Inseln sollten jetzt mit Netzbetreibern und Bürgerenergiegenossenschaften zusammenarbeiten, um saisonale Ladekapazitäten gezielt auszubauen. Förderprogramme des Bundes und der EU bieten dafür konkrete Einstiegsmöglichkeiten, die schnell und lokal umgesetzt werden können.