Gesichtserkennung als Waffe gegen Demokratie in Georgien
Wenn Gesichtserkennung dazu genutzt wird, Menschen aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen, ist das kein technisches Problem, sondern ein Angriff auf das Demonstrationsrecht als Grundpfeiler jeder offenen Gesellschaft. Wer nicht mehr auf die Straße gehen kann, weil er Bankkonten und Lebensunterhalt riskiert, ist nicht frei. Dieses Muster zeigt, dass digitale Überwachung zunehmend die Funktion übernimmt, die früher Polizeigewalt hatte – mit dem entscheidenden Unterschied, dass sie unsichtbar, schwer anfechtbar und skalierbar ist.
Der georgische Fall ist ein Frühwarnsignal für Europa: Überwachungstechnologie kann demokratische Infrastruktur von innen aushöhlen, lange bevor ein Regime offen autoritär auftritt. Für die EU-Debatte um den AI Act und die Regulierung biometrischer Massenüberwachung liefert Georgien brutale Anschauungsbeispiele. Zivilgesellschaftliche Organisationen in Deutschland und MV, die Demokratiearbeit in Osteuropa unterstützen, sollten genau hinschauen, welche Technologien dort eingesetzt werden und wer dahintersteht.