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Thursday, 2. July 2026
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Greifswald prüft Stadtmarketing: Mehr Kontrolle für 630.000 Euro

Die Greifswalder Bürgerschaft hat beschlossen, die städtische Marketing GmbH künftig stärker zu kontrollieren: 630.000 Euro Steuergeld pro Jahr müssen nun detailliert nachgewiesen werden. Das ist ein richtiger Schritt, aber die entscheidende Frage bleibt offen: Was hat das Stadtmarketing bislang konkret bewirkt, und für wen? Mehr Transparenz nützt nur dann etwas, wenn die Kontrollmechanismen auch konsequent angewendet werden und die Ergebnisse öffentlich zugänglich sind – nicht nur in Ausschussberichten, die kaum jemand liest.

Kommunale Beteiligungsgesellschaften verwalten öffentliche Gelder, sind aber oft kaum demokratisch kontrollierbar – das ist ein strukturelles Problem in vielen Städten. Wenn eine Bürgerschaft verbindliche Nachweispflichten durchsetzt, stärkt das die kommunale Selbstverwaltung und die Rechenschaftspflicht gegenüber den Steuerzahlenden. Das Greifswalder Modell könnte als Vorbild für andere Kommunen dienen, die ähnliche Gesellschaften betreiben.

Der Beschluss zeigt, dass kommunale Kontrolle auch nachträglich wirksam werden kann, wenn Bürgerschaft und Öffentlichkeit Druck machen. Entscheidend wird sein, ob die neuen Berichtspflichten wirklich mit Substanz gefüllt werden oder nur formale Anforderungen bleiben. Für Greifswald liegt die Chance jetzt darin, Stadtmarketing neu zu denken: nicht als PR-Instrument, sondern als messbaren Beitrag zur lokalen Wirtschaft und Lebensqualität.