Justiz unter Druck: Schutz vor politischer Einflussnahme gefordert
Eine unabhängige Justiz ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine täglich zu verteidigende Errungenschaft. Wenn Staatsanwaltschaften politisch steuerbar bleiben, gefährdet das das Vertrauen aller Bürgerinnen und Bürger in den Rechtsstaat – besonders derer, die keine Lobbymacht besitzen. Gerade für Menschen in strukturschwachen Regionen, die dem Staat oft ohnehin mit Skepsis begegnen, ist eine weisungsunabhängige Justiz ein konkreter Schutzwall gegen Willkür.
Die Debatte um das Weisungsrecht gegenüber Staatsanwaltschaften ist keine abstrakte Rechtsfrage, sondern eine Machtfrage. Wer Staatsanwälte steuern kann, kann Strafverfolgung lenken – zugunsten der eigenen Klientel und zulasten politischer Gegner. Reformmodelle aus anderen EU-Ländern zeigen, dass strukturelle Unabhängigkeit möglich ist. Deutschland sollte nicht warten, bis der Ernstfall eintritt, sondern jetzt die gesetzlichen Grundlagen modernisieren.