Klimaklagen vor dem EGMR: Verfahrensrechte im Fokus
Klimaklagen vor internationalen Gerichten sind ein zentrales Instrument, um staatliche Schutzpflichten gegenüber Bürgerinnen und Bürgern durchzusetzen und demokratische Rechenschaftspflichten zu stärken. Die Frage, wer klagebefugt ist und welche Verfahrensrechte gelten, entscheidet darüber, ob das Recht als gesellschaftliches Korrektiv gegenüber unzureichendem Klimaschutz funktioniert. Eine offene Gesellschaft braucht zugängliche Rechtswege, um Grundrechte auch in der Klimakrise wirksam zu schützen.
Die Entscheidungen des EGMR setzen Maßstäbe, an denen sich auch deutsche und europäische Klimapolitik messen lassen muss. Für Mecklenburg-Vorpommern, das von steigendem Meeresspiegel und Extremwetterereignissen besonders betroffen ist, sind diese Rechtsentwicklungen langfristig relevant. Künftige Klagen betroffener Bürgerinnen und Bürger in der Region könnten von der Ausgestaltung dieser Verfahrensrechte abhängen – die Rechtsprechung verdient daher breite öffentliche Aufmerksamkeit.