Meeresspiegel 2026: Copernicus misst beschleunigten Anstieg
Der Copernicus Climate Change Service dokumentiert für Frühjahr 2026 einen globalen Meeresanstieg von rund 101 Millimetern gegenüber 1993, wobei sich die Anstiegsrate messbar beschleunigt. Als treibende Kraft treten zunehmend Gletscherschmelze auf Grönland und in der Westantarktis hervor, nicht mehr allein die thermische Ausdehnung der Ozeane. Für die Küsten Mecklenburg-Vorpommerns bedeutet das: Bestehende Küstenschutzplanungen auf Basis veralteter Referenzwerte aus den 1990er Jahren müssen dringend überprüft und angepasst werden. Wichtig zu beachten: Die zugrundeliegenden C3S-Detaildaten für Juni 2026 stehen noch aus, die Belastbarkeit einzelner Zahlen sollte bis zur vollständigen Veröffentlichung kritisch bewertet werden.
Die Bundesregierung schützt Küstengebiete mit Infrastruktur, die auf Szenarien des 20. Jahrhunderts ausgelegt ist – das ist strukturelles Versagen, keine Pechsträhne. Fossile Subventionen in Deutschland belaufen sich laut Umweltbundesamt noch immer auf über 65 Milliarden Euro jährlich, die genau jenen Emissionspfad finanzieren, der die Pegelstände treibt. Solange dieser Widerspruch nicht politisch benannt und aufgelöst wird, ist Küstenschutz Symptombehandlung.