Neue Schätzung: Dreimal so viele Insektenarten wie bisher angenommen
Insekten sind die Grundlage nahezu aller terrestrischen Ökosysteme – als Bestäuber, Zersetzer und Nahrungsquelle für andere Tiere. Eine höhere Artenvielfalt als bislang bekannt bedeutet auch ein größeres ökologisches Potenzial, das durch Flächenversiegelung, Pestizide und Klimawandel bedroht wird. Für eine offene Gesellschaft ist dieses Wissen relevant, weil es die Grundlage für informierte Naturschutzpolitik und landwirtschaftliche Reformen bildet.
Die Studie gibt der Biodiversitätsforschung wichtige neue Impulse: Wenn die Dunkelziffer bei Insektenarten so hoch ist, braucht es mehr Ressourcen für taxonomische Grundlagenforschung und internationale Kooperation bei der Artenerfassung. Für Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern bedeutet das konkret, dass lokale Insektenschutzprogramme und Monitoring-Projekte an Bedeutung gewinnen – denn was nicht erfasst ist, kann auch nicht geschützt werden.