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Thursday, 2. July 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Peru: Parlament will Investigativjournalist kriminalisieren

In Peru versucht eine parlamentarische Kommission, den renommierten Investigativjournalisten Gustavo Gorriti durch Strafanzeigen mundtot zu machen – als Reaktion auf seine jahrelange Korruptionsberichterstattung rund um den Odebrecht-Skandal. Über 230 Journalisten und Pressefreiheitsorganisationen aus 18 Ländern stellen sich schützend vor ihn und benennen den Vorgang klar als Machtmissbrauch. Der Fall ist kein peruanisches Einzelphänomen: Auch in Europa greifen Mächtige zunehmend zu juristischen Mitteln, um kritischen Journalismus zu ersticken. Internationale Solidarität und öffentlicher Druck haben in solchen Fällen schon gewirkt – sie sind das wichtigste Gegengewicht.

Pressefreiheit ist keine Selbstverständlichkeit – sie muss aktiv verteidigt werden, besonders wenn diejenigen, die enthüllt wurden, noch an der Macht sind. Wenn Journalisten wegen ihrer Recherchen vor Gericht gebracht werden können, verstummen nicht nur sie selbst, sondern auch alle, die von ihrer Arbeit profitieren: die Gesellschaft insgesamt. Dieser Fall zeigt, wie fragil offene Gesellschaften sind, wenn Institutionen von denen gekapert werden, die Transparenz fürchten.

Der Angriff auf Gorriti ist kein peruanisches Einzelphänomen – er steht in einer globalen Reihe von Versuchen, Investigativjournalismus durch Strafverfolgung mundtot zu machen. Für Demokratieförderinnen und Journalisten in Deutschland und MV ist das ein klares Signal: internationale Solidaritätsnetzwerke funktionieren, wenn mehr als 230 Organisationen gemeinsam Stellung beziehen. Solche Bündnisse sind übertragbare Modelle für den Schutz regionaler Medien und zivilgesellschaftlicher Stimmen.