Social-Media-Altersgrenze: Verbote oder Medienkompetenz?
Wer über den digitalen Alltag von Kindern entscheidet, entscheidet auch über ihre gesellschaftliche Teilhabe – gerade für Kinder aus einkommensschwachen Familien, in denen Eltern weniger Zeit für digitale Begleitung haben, sind pauschale Verbote oft wirkungslos. Eine offene Gesellschaft braucht keine Verbotspolitik, die an der Realität vorbeigeht, sondern Strukturen, die alle Kinder unabhängig vom Elternhaus befähigen, sich im Netz sicher zu bewegen.
Die Debatte zeigt ein typisches Muster: Regulierung wird als schnelle Antwort auf komplexe gesellschaftliche Fragen verkauft, während die eigentliche Arbeit – Aufklärung, Plattformverantwortung, Lehrpläne – liegen bleibt. Wer Kinder im digitalen Raum schützen will, muss Plattformen in die Pflicht nehmen und Schulen endlich mit echten Ressourcen für Medienkompetenz ausstatten. Besonders in strukturschwachen Regionen wie Teilen Mecklenburg-Vorpommerns, wo die digitale Infrastruktur ohnehin lückenhaft ist, braucht es keine weiteren Hürden, sondern Förderung.