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Thursday, 2. July 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Studienzugang für Zugewanderte: Förderprogramm droht wegzufallen

Ein etabliertes Förderprogramm, das Zugewanderten den Zugang zum Hochschulstudium ermöglicht, steht vor dem Aus – trotz nachgewiesener Wirksamkeit und wachsendem Fachkräftemangel. Das Bundesbildungsministerium begründet die geplante Streichung mit Haushaltszwängen, während Fachleute warnen, dass damit ein zentrales Scharnier des Integrationssystems wegbricht. Gerade in Mecklenburg-Vorpommern, wo Hochschulen dringend Nachwuchs brauchen, wäre der Wegfall besonders spürbar. Es lohnt sich zu fragen, welche gesellschaftlichen Kosten eine solche Sparentscheidung langfristig wirklich verursacht.

Bildung ist der direkteste Weg aus struktureller Abhängigkeit – das gilt für ostdeutsche Arbeiterkinder genauso wie für Zugewanderte. Wenn der Staat diesen Weg abschneidet, um Haushaltslöcher zu stopfen, trifft er genau die Menschen, die am wenigsten auffangen können, was wegfällt. Eine offene Gesellschaft, die auf qualifizierte Zuwanderung angewiesen ist, kann sich diese Kurzsichtigkeit nicht leisten.

Für Mecklenburg-Vorpommern ist das Thema doppelt brisant: Das Land kämpft mit Fachkräftemangel und einer vergleichsweise geringen Hochschulbeteiligung. Zugewanderte, die studieren wollen, sind auf Brückenprogramme angewiesen – fallen diese weg, verliert die Region potenzielle Absolventinnen und Absolventen, die dringend gebraucht werden. Kommunen und Hochschulen in MV sollten jetzt prüfen, ob eigene Förderstrukturen diese Lücke zumindest teilweise auffangen können.