Ungarn schafft Behörde ab, die Journalisten verfolgte
Wenn Staaten Behörden errichten, die kritische Stimmen als „ausländische Agenten" brandmarken, wird Demokratie von innen ausgehöhlt – das kennen viele in Ostdeutschland aus eigener Erfahrung. Die Abschaffung dieser Behörde stärkt das Grundprinzip, dass unabhängiger Journalismus und Zivilgesellschaft keine Bedrohung für den Staat sind, sondern sein Fundament. Für eine offene Gesellschaft ist das ein messbarer Fortschritt.
Ungarn war in den EU-Debatten über Rechtsstaatlichkeit lange ein Problemfall – die jetzigen Schritte zeigen, dass institutioneller Wandel auch nach Jahren autoritärer Erosion möglich ist. Für Mecklenburg-Vorpommern und andere ostdeutsche Regionen, in denen die Zivilgesellschaft oft dünn aufgestellt ist, ist das ein ermutigendes Signal: Behörden, die Zivilgesellschaft einschüchtern, können abgebaut werden, wenn politischer Wille vorhanden ist. Die neuen Mediengesetze könnten als Modell für eine ausgewogene Medienpolitik auch in anderen EU-Staaten diskutiert werden.