USA: Massenüberwachungsgesetz Section 702 ist ausgelaufen
Massenüberwachung ohne richterliche Kontrolle untergräbt das Vertrauen in demokratische Institutionen – das gilt in den USA genauso wie anderswo. Wer weiß, dass er beobachtet wird, zieht sich zurück: aus politischem Engagement, aus freier Meinungsäußerung, aus zivilgesellschaftlicher Arbeit. Das Auslaufen von Section 702 zeigt, dass hartnäckiger zivilgesellschaftlicher Druck über Jahre hinweg tatsächlich Wirkung entfalten kann – auch gegen mächtige Geheimdienste.
Der Fall Section 702 ist ein Lehrstück darüber, wie Bürgerrechtsorganisationen systematisch und geduldig gegen scheinbar unaufhaltsame Staatsmacht vorgehen können. Für Europa und Deutschland ist das relevant: Auch hierzulande werden immer wieder Sicherheitsgesetze mit Verweis auf äußere Bedrohungen ausgeweitet. Die Debatte über digitale Grundrechte, staatliche Überwachung und richterliche Kontrolle ist keine amerikanische Spezialität – sie betrifft jede offene Gesellschaft.